Carl von Ossietzky Universität Oldenburg/ Institut für Musik

Sommersemester 2008

Musik und Krieg: Propaganda, Protest, Provokation? Zur Funktionalität von Musik in massenmedialen Kriegsszenarien (SE). 

Blockseminar:                       Mo, 14.04.08, 10 - 14
                                            Sa, 03.05.08, 12 - 18
                                            So, 04.05.08, 12 - 18
                                            Sa, 31.05.08, 12 - 18 
                                            So, 01.06.08, 12 - 18 

 

Raum:                                  A09 0-004 (Studio E)      

Obwohl auf deutschem Boden seit mehr als 60 Jahren keine kriegerischen Auseinandersetzungen stattgefunden haben, sind Kriege für die Menschen hier trotzdem immer noch ein omnipräsentes Thema - dafür sorgen die Massenmedien, die tagtäglich in den Nachrichten und in Dokumentationen über vergangenes und gegenwärtiges Kriegsgeschehen in aller Welt informieren.

Darüber hinaus holen sich etliche Menschen in ihrer Freizeit den "fiktiven Krieg" freiwillig via TV und PC ins heimische Wohnzimmer: Ob Kriegs- und Unterhaltungsfilme wie Pearl Habour, Der Soldat James Ryan, Stalingrad, Braveheart, Stars Wars und Der Herr der Ringe oder Computerspiele wie Total War oder eines der zahllosen geächteten "Ballerspiele": der Krieg hat auch bei uns Hochkonjunktur - zumindest auf fiktionaler Ebene.

In all diesen modernen massenmedialen Kriegsproduktionen spielt die akustische Ebene eine wichtige Rolle und beeinflusst die Rezeption erheblich. Was wären Star-Wars-Gefechte ohne die summenden, brummenden Lichtschwerter von Darth Vader, Obi-Wan-Kanobi und Co? Ein lautloser Angriff des Tolkienschen Ork-Heeres? Undenkbar. Und wer ein Ego-Shooter-Game ohne Ton spielt verliert im virtuellen Raum schnell die Orientierung.

Im Seminar wird es vor allem darum gehen, akustische Klangkulissen (Musik, Geräusche, Sounds) in ausgewählten Spielfilm- und Computergamesequenzen, in welchen Kriegshandlungen dargestellt/gespielt werden, zu analysieren. Anschließend soll kritisch überdacht werden, welche Funktionen diese Klänge im Gesamtkonzept der Produktion übernehmen.

Die aktive Mitarbeit der StudentInnen am Seminar ist ausdrücklich erwünscht! Wenn Sie am Seminar teilnehmen möchten, tragen Sie sich bitte bei StudIP in die TeilnehmerInnen-Liste ein oder melden Sie sich kurz per mail direkt bei mir an. Ein Schein-Erwerb ist für Bachelor-Studenten (Bachelor AM3d: Aufbaumodul Musik und Medien) möglich, Referate mit musikanalytischem Schwerpunkt sind ebenso denkbar wie kreativ-praktische Arbeiten (z.B. Unterlegung einer Filmsequenz mit Musik und Geräuschen). 



Gehaltene Lehrveranstaltungen
 

Wintersemester 2007/2008                                                              

 „Smells like teen spirit“ – Konzepte jugendlicher Vergemeinschaftung in Theorie und Praxis

Bis in die 1980er Jahre hinein versuchten Soziologen Formen jugendlicher Vergemeinschaftung in den theoretischen Entwürfen ‚Peer-Group’, ‚Milieu’ oder ‚Subkultur’ zu erfassen. Heute dominieren ‚Kulturwelt’-, ‚Jugendkultur’- und ‚Szene’-Konzepte die sozialwissenschaftliche Debatte um jugendliche Kollektivierungsformen. Die neuen Begriffe berücksichtigen aktuelle gesamtgesellschaftliche Veränderungen wie Individualisierungs- oder Mediatisierungstrends, die auf die Lebenswelten der Heranwachsenden und jungen Erwachsenen zurückschlagen und Auswirkungen auf ihre Gesellungsformen haben.

Im Seminar soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Welche soziologischen Konzepte über jugendliche Vergemeinschaftungsformen gab und gibt es überhaupt? Wo bestehen Gemeinsamkeiten zwischen einzelnen theoretischen Erklärungsansätzen und wo manifestieren sich Unterschiede? Besitzen heutige soziologische Konzepte Praxisrelevanz oder gehen sie weitgehend an jugendkulturellen/szenischen Realitäten vorbei? Welche Bedeutung kommt (Pop-) Musik in Jugendkulturen und Szenen zu? Berücksichtigen die vorgestellten Modelle die Rolle und Funktionen von (Pop-)Musik und falls ja, auf welche Art und Weise?

Die aktive Mitarbeit der StudentInnen am Seminar ist ausdrücklich erwünscht! Beiträge über einzelne Sub- und Jugendkulturen oder Szenen (z.B. Hip Hop, Techno, Hardcore, Metal, Hippies oder Punk) sind ebenso denkbar wie Referate mit theoretischem Schwerpunkt (z.B. über Szene- oder Subkultur-Konzepte). Ein Schein-Erwerb (BA, MA, Mag., Lehramt) ist möglich, Vortragsthemen hierfür, gerne auch eigene Vorschläge, können ab sofort mit mir abgesprochen werden.